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Berühren und sich berührt fühlen

Warum die Ausbildung als Berührer sich vor allem für Männer lohnt.

Warum die Ausbildung als Berührer sich vor allem für Männer lohnt


„Tantra ist ein spiritueller Weg – 

ein Weg der persönlichen Entwicklung, 

der Bewusstseinserweiterung und der Lebenskunst.“ 

– schrieb ich in Berlin im Jahr 2008 als ich mein Tantra-Jahrestraining begann. Ich war erst 26 Jahre alt, studierte Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin und konnte nicht ahnen, dass gleich danach eine Ausbildung als Tantra-Masseur folgen wird, und dass ich bald professioneller Berührer werde.

Ich hatte damals andere Beweggründe: Die grosse Neugier, die Gier nach Neuem, aber auch der Wunsch nach mehr Sex und mehr Lust mit meinen „Freundinnen Plus“ zu erleben bewegten mich. Die Erotik, die Sinnlichkeit, die Verführung interessierten mich schon immer. Bereits mit 11 Jahren entdeckte ich zufällig im Bücherschrank meiner Mutter ein Buch über Tao und Tantra namens „Das Tao der Liebe. Unterweisung in altchinesischer Liebeskunst“ von Jolan Chang. Oder war die russische Version von Mantak Chia? Ich weiss es nicht mehr genau… 

Wir schrieben das Jahr 1993. Die sexuelle Revolution, die in Westeuropa bereits Ende 1960er stattgefunden hat, fand in Osteuropa in den frühen 1990er statt. 25 Jahre später und erst nach dem Zerfall der Sowjetunion. Plötzlich wurden viele Bücher über Sex gedruckt, die früher zensiert – nein – sogar verboten! waren: Erotische Romane und Sachliteratur, erotische Kunstbänder, aber auch Kama Sutra und einige Bücher über östliche Liebeskünste, Tao und Tantra. Dass das geheime Studium dieser Bücher während meiner Pubertät mein Leben radikal verändern wird, und dass es ihm eine andere, neue und unerwartete Wendung verschafft – das konnte ich damals noch nicht ahnen. Selbstverständlich nicht.

Es hat sich aber gelohnt – dieses Studium der erotischen Belletristik und der Sachliteratur, sowie auch mein praktisches Studium: Die Tantra- und Tantramassage-Ausbildung, die ich bei Secret of Tantra (Silvio Wirth) in der Nähe von Berlin (ZEGG) absolvierte. 

Wie und warum es sich gelohnt hat? – Darauf möchte ich nun eingehen. 

Spirituelle Aspekte der Berührung als Weg zur echten Lebenskunst

Eine echte, zärtliche, sinnlich-erotische Berührung ist zutiefst spirituell. Sie erweckt das Leben in uns, schenkt uns die Lebensenergie und ist buchstäblich und im höchsten Sinne lebendig. Die Intimität, die Nähe, die Verbindung und die menschliche Begegnung, die dabei entstehen, sind einzigartig und wunderschön. Sie stellen a priori einen Wert dar. Einen ganz konkreten sozialen, persönlichen, physischen und psychischen Wert. Und einen monetären, wirtschaftlichen Wert auch noch. Leider wird der letzte von allen Seiten stark moralisch verurteilt, wobei über die ersten fünf fast nie ein Wort verloren wird. Das ist nicht fair. Das ist schmerzhaft und tragisch. Und das möchte ich ändern. Darum schreibe ich meinen Blog, meine Artikel, meine Bücher. 

Warum die Lust und die erotische Berührung, die aus der Lust resultiert, das Lebendige a Priori ist, habe ich z.B. in meinem Text „Lust“ erklärt. Wenn es Dich interessiert, kannst Du darüber mehr bei Platon, Sigmund Freud, Carl Jung und Wilhelm Reich lesen. Ich denke, diese Autoren, Philosophen und Psychologen, haben gezeigt, dass die erotische Lust die pure Quelle der Lebensenergie ist. Es ist auch elementar und braucht eigentlich keinen Beweis: Der Mechanismus der Fortpflanzung, der über die Lust, die Sexualität, funktioniert, ist schon Beweis genug. 

Und wenn Du immer noch daran zweifelst oder skeptisch bist, erinnere Dich doch gleich jetzt an die schöne Berührung Deiner Mutter oder deiner Grossmutter oder Freundin und fühle einfach in Dich hinein. Fühlst Du, wie Dein Herz aufgeht? Wie alles im Brustbereich weiter wird? Wie das Blut in Deinen Adern sich erneuert und schneller fliesst? Wie Dein Kopf klarer wird? Oder vielleicht sogar, wie Du jetzt in Tränen verfällst und zu weinen beginnst? – Das ist es. Die Magie des Berührt-seins.    

Erobern und verführen: Warum ein grosses Einfühlungsvermögen der grösste Gewinn für Dein Sexleben sein kann

Wenn Du ein Mann bist, dann sei doch ehrlich – Du wolltest schon immer ein reiches Sexleben leben können! In der Jugend mehr Lust haben und als ältere Mann eine andere, feinere Qualität der Lust erkennen können. Als heterosexueller Mann wolltest Du höchstwahrscheinlich schöne Frauen verführen oder erobern und mit ihnen mehr, öfter, länger und besser im Bett können. Du wusstest aber nicht so recht, wie es Dir gelingt. Stimmt’s?

Es gibt natürlich viele Verführungsstrategien, sowie diverse Flirt- und Pick-up-Kurse. Das ist eine riesige Industrie. Doch welche von diesen Strategien sind nachhaltig? – Ganz ehrlich: keine! Denn, um mit einer Frau nachhaltig ein erfülltes Sexleben haben zu können, braucht es keinen Pick-Up Kurs. Sondern, es braucht sinnlich-erotische Fähigkeiten, schlicht und einfach ein Können. 

Ich meine nicht nur das Handwerk. Sondern Können auf drei Ebenen: Körper, Geist und Seele. Das beinhaltet:

  1. Die Technik der erotischen Berührung beherrschen können. 
  2. Die Sinnlichkeit und das Einfühlungsvermögen erweitern können. 
  3. Die Offenheit und die Liebe im Herzen fühlen können.

    Deshalb nenne ich meine Berührungsrituale und meine Berührer – Ausbildung eine Kunst. Kunst kommt von „Können“. Doch es meint nicht nur ein Kunsthandwerk, sondern auch die sinnlich-erfahrbare Kunst und die Inspiration.  

Wenn ich heute auf meine Geschichte ehrlich zurückblicke, dann muss ich eingestehen, dass ich mich nie für äusserlich attraktiv hielt. Meine intellektuellen Fähigkeiten wahren in den Schulen und in meinen drei Universitäten überdurchschnittlich. Aber viele Frauen konnte ich trotzdem nicht verführen. Ja, es gibt Frauen, die auf intelligente Männer stehen, einfach weil der Sex bei sehr vielen heutzutage mehr im Kopf als im Körper stattfindet. So einfach ist es dennoch nicht: Der Intellekt alleine stellt keinesfalls eine Sexgarantie dar. Vieles anderes muss noch stimmen: Es erfordert in der Regel viel Zeit, um eine sapio-sexuelle Dame intellektuell zu erobern. Und auch wenn es klappt: Was machst Du dann, wenn ihr im Bett landet? Hilft Dir dein Intellekt bei der Sache? Führt ihr dann ein kompliziertes Gespräch? Oder philosophiert ihr über Gott und die Welt?

Nein, wirklich interessante, schöne, lustvolle, sinnliche Frauen begannen sich für mich zu interessieren erst als ich die Kunst der Berührung gelernt und perfektioniert habe. Als ich mein Einfühlungsvermögen soweit geschärft habe, dass ich die kleinste Vibration wahrnahm. Erst dann hat es endlich richtig funktioniert, denn: viele Frauen wollen berührt werden. Und zwar, nicht nur körperlich, sondern auch im Herzen. Kaum ein Mädchen, wenn es nicht ganz verklemmt ist, wird etwas gegen eine entspannende Rückenmassage einwenden. Aber wenn Du es ganz für Dich gewinnen möchtest, sollst Du mehr bieten. Das heisst: auf allen Ebenen sich offen und einfühlsam sein, auch auf der Herzebene.

Ein häufiges Irrtum besteht darin, dass die Berührung und das Einfühlungsvermögen nicht lernbar sind. Dass es ein angeborenes Talent ist. Das stimmt gar nicht! Jeder Mann kann die Berührung lernen, seine Berührungsqualität verbessern und sein Einfühlungsvermögen erweitern, wenn er denn will. Ich konnte das, und Du kannst das auf jedem Fall auch. Und ich hatte noch keinen Mann und keine Frau in meinen Tantra-Kursen, die danach schlechter oder genauso berühren konnten als vorher, sondern jeder und jede hat sich deutlich verbessert. Somit ist die Schärfung des Einfühlungsvermögens und der Berührungsqualität – der grösste Gewinn für Dein Sexleben. 

Berührung als Berufung. Tantrische Rituale und Tantra-Massage als Geschäft

Man hört in der Tantra-Szene sehr oft, dass männliche Tantra-Masseure kaum Frauen als Gäste haben. Das stimmt: in unserer verklemmten Kultur ist es für Frauen leider-leider verpönt für etwas erotisches zu bezahlen. Dennoch haben einige wenige Tantra-Masseure die wenigen Frauen als Stammkundinnen (meistens ältere). Und die restlichen haben gar keine weibliche Kundinnen. Ausserdem gibt es Masseure, die Männer und einige Paare als Stammgäste haben. Und zugleich viele, die nur wenige männliche Gäste und gar keine Pärchen. Woran liegt das? – Natürlich an der Qualität der Berührung! An der Ausbildung und am Einfühlungsvermögen des Masseurs. Kaum ein Mann kann in Europa alleine durch Tantra-Massagen seinen Lebensunterhalt bestreiten, wenn er keine Männer massiert. Und auch wenn er dafür offen ist, wird er davon nicht reich werden. Aber ein wirklich professioneller und einfühlsamer Masseur kann sein Hobby zur Berufung machen. 

Tatsächlich: die erotische Berührung ist ein sehr schönes Hobby, das schnell und leicht monetisiert werden kann. Es ist ein toller Nebenverdienst, wenn Du es mit viel Begeisterung betriebst, über eine gute Ausbildung verfügst und Dich regelmässig weiterbildest. Abgesehen von allen oben erwähnten Vorteilen – spiritueller Entwicklung und Plus-Punkten im Privatleben – macht es viel Spass und erweitert Dein soziales Netzwerk durch gute und spannende Kontakte. Und wenn die erotische Berührung wirklich Deine Berufung ist, dann kannst Du vielleicht sogar einige Jahre davon leben. 

Ich kann natürlich nur von mir sprechen. Doch mir hat meine Ausbildung als Tantra-Masseur die Türe in die Schweiz, das reichste Land der Welt, eröffnet. Während andere Studenten in Berlin irgendwelche langweilige Jobs ausübten und sich darüber aufregten, betrieb ich zusammen mit meiner damaligen Ehefrau in einer abgelegenen Fabrik in Pankow meine erste Tantra-Schule. 

Und meine ersten Paar Gäste in Zürich empfang ich nach der Trennung in einem 11-Quadrat-Meter grossen Zimmer in einem Studentenwohnheim. Doch es waren schöne und zahlungskräftige Männer, und schon bald dürfte ich in Zürich meine eigene Wohnung mieten. Dann folgten andere Gäste, auch Paare und Frauen, meistens aus der Tantra-Szene. Irgendwann wurde ich dank meinem guten Ruf als Berührer zu einem der teuersten und erfolgreichsten Tantra-Masseuren im deutschsprachigen Raum.

Ich dürfte innerhalb von 8 Jahren in Zürich, Biel, Berlin und in Wien mehr als 1200 tantrische Massagen, Ritualen und Sexualberatungen ausführen. Dabei waren es keine schnelle 30 Minuten-Sessions, sondern vollwertige Berührungsrituale mit Vor- und Nachgesprächen, einer Begrüssung, einer Einstimmungsmeditation und einer ausführlicher Genitalbereichmassage, die mindestens 1.5 bis zu 3-4 Stunden gedauert haben. Hätte ich nicht wieder geheiratet und wolle ich nicht noch Kinder haben, wäre mein Erfolg nachhaltig und noch grösser. Schluss: Es gibt nicht, was es nicht gibt! Der Mann muss es nur wollen, dabei bleiben und es jedes Mal aufs neue versuchen !

Erst dann wird Dein kommerzieller Erfolg bloss eine Nebenerscheinung Deiner beruflichen Entfaltung. Ich würde mich darum sehr freuen, Dich bald in meiner Berührer- und Berührerin- Ausbildung begrüssen zu können und bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg.

© Biel/Bienne 19.1.2020


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